Florian Beck, geb. 1972, studierte Philosophie und ist seit 2005 als Publizist tätig.

1999 bis 2003 gab er die Zeitung »Streitrblatt« heraus und schrieb für sie eine Vielzahl von Artikeln.

2000 bis 2002 organisierte und leitete er eine Reihe von Veranstaltungen für die »Gegenuni« der Fachschaft Philosophie München.

Seit 2003 arbeitet er als nebenberuflicher Journalist und Referent.

2003 bis 2005 Forschungsarbeiten zum Begriff des Antisemitismus, zum Verhältnis von Rationalität und Individuum und zur politischen Ökonomie.

Seit 2005 ist an der Planung der Zeitschrift »Kreisverkehr« beteiligt, deren Herausgabe er übernehmen wird.

Dialektik und Materialismus

Der Marxismus meinte durch eine materialistische bzw. dialektische Methode sich von der sogenannten bürgerlichen Wissenschaft abgrenzen zu können. Wissenschaft aus formalen Prinzipien heraus zu betreiben, hieße aber der Metaphysik zu verfallen, der man entkommen wollte. Die Auskunft, dass es sowohl der Dialektik, wie dem Materialismus darauf ankäme, die logische und historische Entwicklung des Gegenstandes nachzuzeichnen, bleibt notwendig vage. Erkenntnistheorie, zumindest neben der Beschäftigung mit dem Gegenstand, ist legitim nur, wo die Erkenntnis selbst als Produkt gesellschaftlicher Entwicklung begriffen wird. Methodisch sind Materialismus und Dialektik bestenfalls Banalitäten. Als kritisische Kategorien greifen sie an zwei Stellen des verdinglichten Bewußtseins an.

Geistesgeschichte

Nachdem die Hegelsche Geschichtsphilosophie vergessen war, ließ sich über die Produkte des menschlichen Geistes nur mehr pauschal das Verdikt falsch sprechen oder sie unter ästhetischen Gesichtspunkten begutachten. Kritisch ist die Beschäftigung mit dem Geist dort, wo die Erzeugnisse der Philosophie, Literatur, Musik und Architektur als Ausdruck der jeweiligen Gesellschaft erfasst werden.

Geschichte und Emanzipation

Geschichte ist kein Kontinuum das sich vom Faschismus über die bürgerliche Demokratie bis hin zum Kommunismus verlängern ließe. Geschichtliche Dialektik bedeutet die geschichtliche Entwicklung in dem Sinne, dass die gesellschaftlichen Widersprüche jeweils eine Form erzwingen, in der sie sich bewegen können. Insofern ist der geschichtliche Fortschritt notwendig, ein Fortschritt aber nur hinsichtlich seiner eigenen Voraussetzungen. Eine Revolution, die etwas anderes sein will, als die Reproduktion des Bestehenden, kann daher nur als ein Heraustreten aus dem geschichtlichen Kontinuum zu verstehen sein.

Realpolitik und Hybris (08.05.04 16:48)

Ideologiekritik

Kapitalistische Vergesellschaftung

Dem verdinglichten Bewußtsein erscheint die bürgerliche Gesellschaft entweder als Kollektiv oder als freiwilliger Zusammenschluss von Individuen. Tatsächlich ist das Kollektiv ein schlechtes, das die individuellen Interessen nicht organisiert, sondern negiert. Kapitalistische Vergesellschaftung bedeutet, dass die Gesellschaft durch die ökonomischen und politischen Gesetzmäßigkeiten geschaffen und von den Individuen nur nachvollzogen wird. In ihrer Elementarform wird die Vergesellschaftung durch den Warentausch bestimmt.

Krise der Rationalität

Kritik der politischen Oekonomie

Materialien (30.10.04 01:17)

Subjekt und Individualität

Ästhetik

Die Ästhetik gilt als die Wissenschaft des Schönen; als ihr Kriterium daher nicht die Wahrheit. Diese Auffassung korrespondiert der Blütezeit des bürgerlichen Individuums, zu der die gesellschaftliche Totalität noch nicht ins Bewußtsein getreten war. Nur innerhalb dieser Totalität wäre das Moment der Wahrheit von Kunst zu erfassen. Sie ist keine bloße Kategorie der Erkenntnis, sondern gewann objektive Gewalt: individueller Geschmack, der sich das Schöne aneignete, wurde ersetzt durch kollektiven Konsum, der der Produktion genüge tut. So kann Kunst immer weniger zum Ausdruck von Wahrheit werden, an der sie doch allein zu messen wäre. Ideologisch wird sie als vorgeblich oder wirklich autonome Kunst ebenso wie als komerzielle. Ästhetik ist daher notwendig Kritik, die um so negativer ausfallen muss, je weniger sie selbst Ideologie produzieren will.