Die Produktionszeit

 

(1)    Die Zeit. in der sich das Kapital in der Produktionssphäre befindet, kann die Arbeitszeit überschreiten, wenn das Produkt bei der Herstellung Unterbrechungen des Arbeitsprozesses verlangt und Naturprozessen (Gärung, Gerbung, etc.) unterworfen werden muss.

Die Produktions- und die Arbeitsperiode decken sich in diesem Fall nicht, vielmehr wird dem Produkt nur während mehr oder minder kurzen Zeiten Arbeit zugesetzt. Auch diese Verlängerung der Produktionszeit verlängert die Umschlagszeit und kann evt. künstlich abgekürzt werden.

(2)   Verschiedene Teile des zirkulierenden Kapitals können daher verschiedene Umschlagszeiten haben, wenn ihre Elemente verschieden lange Unterbrechungen des Arbeitsprozesses nötig machen.

(3)   Das Auseinanderfallen von Produktionsperiode und Arbeitsperiode bildet »die natürliche Grundlage der Vereinigung der Agrikultur mit ländlicher Nebenindustrie« (S.244)

Die während mancher Perioden nicht oder kaum angewandte Arbeitskraft wird auf handwerkliche Nebentätigkeit verwendet, die »Anhaltspunkt wird für den Kapitalisten, der sich zunächst als Kaufmann dazwischendrängt« (S.244)

(4)   In Geschäftszweigen, in denen sich die Arbeitszeit ungleichmäßig übers Jahr verteilt, schwankt auch die Auslage an zirkulierendem Kapital im Laufe des Jahres.

Das zirkulierende Kapital muss, bei gleicher Stufenleiter der Produktion, »in größren Massen auf einmal und auf längre Zeit vorgeschossen werden« (S.244). Insgesamt kommt es zu einer Verteuerung der Produktion, weil das fixe Kapital, z.B. Gebäude, Kornspeicher, auch dann Wert abgeben, wenn sie nicht verwendet werden.

(5)   Eine gleichmäßige Verteilung der Ausgaben für Arbeitslohn und Arbeitsmittel verlangt insgesamt einen größeren Vorschuss an Kapital (Bsp: Dreifelderwirtschaft).

(6)   Besonders lange Produktionsperioden, die insgesamt wenig Arbeitsaufwand erfordern, eignen sich für die kapitalistische Produktion schlecht:

»Die lange Produktionszeit (die einen relativ nur geringen Umfang der Arbeitszeit einschließt), daher die Länge ihrer Umschlagsperioden, macht <247> die Waldzucht zu einem ungünstigen Privat- und daher kapitalistischen Betriebszweig, welcher letztre wesentlich Privatbetrieb ist, auch wenn statt des einzelnen Kapitalisten der assoziierte Kapitalist auftritt. Die Entwicklung der Kultur und Industrie überhaupt hat sich von jeher so tätig in der Zerstörung der Waldungen gezeigt, daß dagegen alles, was sie umgekehrt zu deren Erhaltung und Produktion getan hat, eine vollständig verschwindende Größe ist.« (S.246f)