streitblatt

Zeitung der Fachschaftszelle Philosophie
Ausgabe 1 - Mai 1999

Vorwort

Nach dem Nazikrieg kollidierten verschiedene Interessen in Deutschland. Die Nazis waren millitärisch besiegt und es oblag den Allierten, wie sie damit umgehen sollten.

Als einen konkreten Brennpunkt der verschiedenen Interessen der Allierten, will ich kurz auf das Potsdamer Abkommen eingehen. Das Potsdamer Abkommen war eindeutig in der Hinsicht, daß es eine Ordnung, in der die Macht des aggressiven deutschen Großkapitals erhalten bleibt, ausschloß. Das Problem das sich ergab entstand im Bemühen der Westmächte, aus ihrer Besatzungszone eine Speerspitze gegen den Kommunismus (SU) zu machen. So wurde das Potsdamer Abkommen von eben jenen Mächten unterlaufen und sabotiert, wo es nur ging. Was letztlich auch zur sog. "deutschen Teilung" führte, und dazu, daß die Macht des deutschen Großkapitals eben doch erhalten blieb.

Beispielhaft möge die Haltung der BRD- Justitz zum P.A. bei der Urteilsbegründung für das Verbot der KPD diese Haltung illustrieren. Darin heißt es sinngemäß, das Abkommen sei eine hohle Phrase, die auf keinen Fall für irgendwen verbindlich sei.

Es war den demokratischen Kräften in Deuschland nicht gelungen, die Restauration zu verhindern und eine antifaschistische, antimillitaristische und demokratische Ordnung gegen den Widerstand der Bourgeoisie durchzusetzen. Als das Grundgesetz vom parlamentarischen Rat beschlossen wurde kommentierte Max Reimann das mit den Worten "Dies ist nicht unser Grundgesetz, aber der Tag wird kommen, an dem wir es gegen euch verteidigen müssen". Weil nicht konsequent mit dem Faschismus und dem Großkapital abgerechnet wurde war klar, daß Deutschland irgendwann wieder in den Krieg ziehen, und dazu auch mit diesem Grundgesetz brechen würde.

Die alten Herren begannen also wieder das alte Spiel. Mit den Fabriken in den alten Händen wurden die Arbeiter wieder auf die alte Art ausgebeutet. Kontinuität der deutschen Politik. 1990 bekam man dann, die wirtschaftliche Vorherrschaft in Europa im Rücken, auch Lust auf die alten Grenzen. Nach gelungener Annektion und mit Souveränität, ohne allierten Kontrollrat war man wieder ein "normales Volk". Jetzt braucht man sich auch von den Juden nichts mehr bieten zu lassen, jetzt kann man sich wieder um die Interessen der "Vertriebenen" kümmern, jetzt muß man global Verantwortung zeigen, Menschenrechte garantieren und Notfalls mit Waffengewalt durchsetzen - wenn es noch nicht überall auf der Welt geht, dann doch zumindest in Europa. Kontinuität der deutschen Politik.

Wacht auf Verdammte dieser Erde...

Zur Zeitung:

Obwohl das Thema dieser Ausgabe "Elite" ist, steht doch Einiges zum Thema "Krieg" darin, welches wir zum Thema der nächsten Ausgabe gemacht haben. Solltet ihr nicht verstanden haben was die Zeitung soll, dann könnte der Leserbrief von Genosse Kommisar und unsere Antwort darauf weiterhelfen. Fürderhin werden wir aber nicht mehr auf konstruktive Kritik eingehen. Wenn ihr also mit was nicht einverstanden seid, dann beschränkt euch auf das destruieren dessen.

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