Vorwort

Deutschland packt’s also an: die Stalinisten den 1. Mai, die Linken die Juden, Stoiber den Schröder und Schily den Beckstein. Tanz in den Mai. Wir haben denn nun auch allen Grund. In den lähmenden Wintermonaten beständiger Rezession hat die amerikanische Hamburger-Kultur Boden gutgemacht und den einen oder anderen – an sich ordentlich veranlagten – Deutschen zum Mörder gemacht. Verrat.

Aber es gibt eben auch hoffnungsvolle Nachrichten. Frankreich hat auch Nazis, vielleicht sogar mehr als wir, Israel ist schuldig und der europäische Kampfhubschrauber ‚Tiger’ -  warum eigentlich nicht ‚Björn’ oder ‚Frauke’ – ist endlich „eine ernste Bedrohung für die Amerikaner“ (DMEuro 4/2002). Mai.

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Es wird wärmer, Sonnenlicht durchflutet auch abends noch das frische Laub der Kastanienbäume. Junge Leute sitzen im Gras, sie scherzen, lachen und trinken fröhlich gelaunt Bier in legerer Manier aus der Flasche. Wir setzen uns abseits, da sie wie Studenten aussehen. Ein Obdachloser schimpft über die Neger, die es jetzt überall hat und pisst dabei in die Hose. Mai. Bestimmt wird alles gut.

 

Die Redaktion

 


www.streitblatt.de, Mai 2002, e-mail: redaktion@streitblatt.de