Was stört deutsche Demokraten eingentlich an Le
Pen? Der Wahlausgang ist keine innenpolitische Angelegenheit
Frankreichs, sondern wird zum Gegenstand deutsch-europäischer
Beaufsichtigung. Frankreich ist kein europäischer Juniorpartner vom
Kaliber Österreichs, dem man im Namen des Antifaschismus seine
Vasallenrolle in Europa deutlich machen kann. Wie damals marschiert
die Linke und die Rechte Hand in Hand und begutachtet, ob Frankreich
›richtig‹, also Europatauglich wählt. Umso mehr politisches Kapital
die BRD in Europa investiert, desto mehr wird jedes nationale
Wahlergebnis nach potentiellen Störenfrieden abgeklopft. Frankreich
freilich ist nicht irgendein europäischer Staat, weshalb es gilt,
trotz falscher Stimmabgabe nicht allzu barsch zu sein, sondern
gütig: »Ich habe nicht den geringsten Zweifel an der demokratischen
Reife des französischen Volkes« (Gerhard Schröder, Bundeskanzler der
BRD). Wie erfreulich, das von berufener Seite zu erfahren. |
Fragmente zum Zusammenhang von Antiimperialismus,
Antizionismus und Antisemitismus. Antisemitismus ist nicht
Manipulationsinstrument imperialistischer Elemente des
Finanzkapitals. Antisemitismus ist weder der Hass aufs Abstrakte,
noch die Kritik der Zirkulation, auch wenn beides sich unter den
Elementen des Antisemitismus findet. Der Antisemitismus ist die
nationalistische Kritik am Kapitalismus, die Kritik vom Standpunkt
des Volkes, die das kritisierte immer schon voraussetzt. Wenn die
antisemitische Kritik die Identifikation der Schuldigen mit den
Juden nicht ausspricht, nennt man das strukturellen
Antisemitismus. Wenn sie der deutsche Staat dem Problem annimmt,
wird daraus die Judenvernichtung.
[Der Text wird noch überarbeitet.] |
Gedanken zu Aktion und Inhalt
Ein Augenzeugenbericht
Interpretative
Erläuterungen zum Augenzeugenbericht |
| Der 8.Mai war der Tag der bedingungslosen
Kapitulation, der totalen militärischen Niederlage. Weil die
Deutschen aber dieselben blieben, war der 8.Mai zugleich der
Zeugungszeitpunkt der BRD. Der Deutsche kennt nur ein Verbrechen und
darauf steht die Höchststrafe: undeutsches Handeln. Solches konnte
nach 1945 keines ausgemacht werde – weswegen die Niederlage auch
keine Konsequenzen zeitigte außer den Deutschland von außen
aufgezwungenen. |
| Nach
den Terroranschlägen: Von der Spaßkultur zur neuen
Ernsthaftigkeit. |
| Vom Missverständnis darüber, wie Weltpolitik funktioniert. |
| Imperialistische Staatenkonkurrenz und
Weltordnungsansprüche werden um eine Dimension erweitert. |
| Das G8-Gipfeltreffen in Genua. |
| Legen die Moslems ihre Religion richtig aus? |
Erklärung der FDJ
und Anmerkungen der Redaktion,
Erklärung der
GEW-Hochschulgruppe (mit Anmerkungen der
Redaktion). |
| Dabei gerät der Ausstellung so manches durcheinander. Da wird etwa
behauptet, die Unabhängigkeitsbestrebungen der Sudetendeutschen seien von den Nazis
missbraucht worden; als wären die Hänlein-Faschisten nicht von Anfang an Faschisten gewesen
und hätten nicht von Anfang an den Anschluß der Sudetengebiete an ein faschistisches
Deutschland gefordert und eben nicht irgendeine ominöse Unabhängigkeit. Genauso wie diese
Leute heute an dieser Uni freilich nicht ein Autonomes Sudetenland fordern, sondern ein
deutsches Sudetenland. Viele von ihnen haben vielleicht einmal ihren Landbesitz oder ihre
Häuser und Fabriken – ihr Erbe – in der ehemaligen Tschecheslowakei verloren, und die wollen
sie jetzt zurückhaben. Sie wollen ihre Ansprüche auf einen Teil der Beute geltend machen und
berufen sich dafür auf ein Naturrecht. Ein Recht das stärker und wichtiger sein soll als alle Taten
der Nazis und der verständliche Wunsch der Tschechen diese zu verjagen. Sie wollen sich nicht
mit den historischen Tatsachen abfinden und fordern Revanche, sie sind Revanchisten,
unverbesserliche Großdeutsche Kriegstreiber. |
| Über die Krise, das neue Betriebsverfassungsgesetz und die Zurichtung der Arbeiter und Arbeitslosen. |
| Bewußtsein um Verantwortung fürs Vaterland |
| »Sind Forderungen, weil sie auch Ergebnis politisch
inkorrekter Erwägungen sein können, automatisch falsch?« |
| Europa schafft sich einen aussenpolitischen Arm. |
| Was es für einen Staatenbund bedeutet
'erweiterungsfähig' zu sein. |
| Die PDS, das waren mal die Leute, die sich nach dem Anschluss der DDR in Großdeutschland nicht recht heimisch gefühlt hatten,
DDR-Bürger, die unter ihrer Zweitklassigkeit litten und Westlinke, die nicht recht wussten, wie sie zum neuen deutschen Reich konstruktiv
beitragen konnten. Alle fühlten sich recht ausgegrenzt. Das ist jetzt vorbei. |
| Seit Sommer diesen Jahres sind sie sich alle einig- SPD, Grüne, CDU/CSU, Arbeitgeberverband und Medien von FAZ bis TAZ: die „Gefahr
von Rechts“ muss bekämpft werden. Gemeint ist damit freilich nicht der rassistische Normalzustand, der in deutsche Gesetze und
Institutionen gegossen ist und der für Flüchtlinge und MigrantInnen tagtäglich eine existentielle Bedrohung darstellt. Gemeint ist die
standortschädigende Strassengewalt von Stiefelnazis, für die es weniger klar ist als für Günther Beckstein, dass sich „auch der Ausländer,
der morgen abgeschoben wird, heute auf unseren Strassen sicher fühlen muss“. |
| ... zu der Modifikation des Staatsprogramms gegen die Leute, die anderen Staaten unterworfen sind. |
| Die neue Solidarität mit linksnationalisitischen Verschwörungstheoretikern. |
| Die neuste Maßnahme zur ideellen Standortsicherung. |
| Container-Chinesen und Zhu-Rongji bei Schröder |
| Die PDS ist eine moderne Partei, die das gesellschaftliche Notwendige tun will und mit einer nostalgischen Basis zu kämpfen hat. |
| Wenn der Kapitalismus zu weit geht: Die dieses Jahr stattfindende Expo soll als Symbol des Kapitalismus im Zeitalter der Globalisierung
»angegriffen« und damit die Ideologie des Neoliberalismus »demaskiert« werden. Zwischen den
verschiedenen Gruppen der Expo-Kritik mögen Unterschiede bestehen, gemeinsam ist ihnen allen das
Problem, dass eben keine Kapitalismuskritik läuft, solange die Expo kritisiert wird. |
| Es ist noch nicht allzu lange her, da fühlte sich so mancher Deutsche von den Amerikanern böse in
seiner nationalen Größe herabgesetzt, als diese dem deutsch-europäischen Kandidaten für den
IWF-Chefposten die Kompetenz zwar nicht in geschäftlichen, wohl aber in politischen Dingen
absprachen, und so seine Wahl verhinderten. |
| Nach über 9 Monaten im Streik UNAM (Universidad Nacional Autonoma de Mexico), die größte Universität
Lateinamerikas, von mehreren tausend Polizisten geraeumt. |
| Heldentaten stellt man sich gemeinhin anders
vor. Das Erschießen von zwei Betrunkenen in einem Lada, die gerade flüchten wollten, aus der
sicheren Deckung eines Panzers heraus und mit 220, offenbar recht planlos abgefeuerten Schüssen,
gehören nicht dazu. |
| Diese
faschistische FPÖ könne das demokratische Modell in höchstem Maße destabilisieren. Fragt sich
eigentlich nur, WARUM die Faschisten das können sollen? Da zittern die morschen Knochen der
Demokratie scheinbar vor dem letzten Gefecht. |
| Zu den "Verhandlungen" zwischen Industrie und Zwangsarbeitern und deren Ergebnissen. |
| Kapitalismus pur! |
Was stört deutsche Demokraten eingentlich an Le
Pen? Der Wahlausgang ist keine innenpolitische Angelegenheit
Frankreichs, sondern wird zum Gegenstand deutsch-europäischer
Beaufsichtigung. Frankreich ist kein europäischer Juniorpartner vom
Kaliber Österreichs, dem man im Namen des Antifaschismus seine
Vasallenrolle in Europa deutlich machen kann. Wie damals marschiert
die Linke und die Rechte Hand in Hand und begutachtet, ob Frankreich
›richtig‹, also Europatauglich wählt. Umso mehr politisches Kapital
die BRD in Europa investiert, desto mehr wird jedes nationale
Wahlergebnis nach potentiellen Störenfrieden abgeklopft. Frankreich
freilich ist nicht irgendein europäischer Staat, weshalb es gilt,
trotz falscher Stimmabgabe nicht allzu barsch zu sein, sondern
gütig: »Ich habe nicht den geringsten Zweifel an der demokratischen
Reife des französischen Volkes« (Gerhard Schröder, Bundeskanzler der
BRD). Wie erfreulich, das von berufener Seite zu erfahren. |
| Jour-Fixe-Thesenpapier vom 16.4.02. |
Fragmente zum Zusammenhang von Antiimperialismus,
Antizionismus und Antisemitismus. Antisemitismus ist nicht
Manipulationsinstrument imperialistischer Elemente des
Finanzkapitals. Antisemitismus ist weder der Hass aufs Abstrakte,
noch die Kritik der Zirkulation, auch wenn beides sich unter den
Elementen des Antisemitismus findet. Der Antisemitismus ist die
nationalistische Kritik am Kapitalismus, die Kritik vom Standpunkt
des Volkes, die das kritisierte immer schon voraussetzt. Wenn die
antisemitische Kritik die Identifikation der Schuldigen mit den
Juden nicht ausspricht, nennt man das strukturellen
Antisemitismus. Wenn sie der deutsche Staat dem Problem annimmt,
wird daraus die Judenvernichtung.
[Der Text wird noch überarbeitet.] |
| Seit November 1999 haben wir immermal wieder auf den
äthio-eritreischen Grenzkrieg hingewiesen, der im Dezember 2000
schließlich zu einem Waffenstillstand führte. Inzwischen (am
15. April 2002, um genau zu sein) hat das einberufene und von beiden
Staaten anerkannte internationale Schiedsgericht in Den Haag seine
Entscheidung getroffen und öffentlich gemacht. |
| Vom Missverständnis darüber, wie Weltpolitik funktioniert. |
| Die Schlagworte der Zukunft werden Demokratie heißen,
Menschenrechte und Marktwirtschaft, gepredigt von Regierungen, Parteien und Entwicklungsexperten
der ersten Welt. Es wird zum Kampf gegen die Diktatur aufgerufen werden, damit man in Eritrea mit
gutem Gewissen blühende Geschäfte mit billiger Arbeit und billigen Rohstoffen machen kann. |
| Ein Nachwort zu Eritrea. |
| Die VR China hat die Ostasienkrise - im
Gegensatz zu Japan - vorerst sehr
gut überstanden, wenngleich erhebliche Probleme für die innere Stabilität bleiben. |
| Der rückständige Balkan, einst
jugoslawisches Völkergefängnis, ist voller Gefahren auch für Europa.
Balkanische Verhältnisse drohen auch hier hinter der schönen Kulisse der
gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik (GASP), wenn selbige es nicht
zustande bringen sollte, ihre Ordnungshoheit auf dem Balkan zu
implementieren. Als großer Mangel der europäischen Ordnungspolitik wurde
erkannt, daß man beim Unterwerfen Jugoslawiens auf US-amerikanische
Unterstützung angewiesen war. |
| Religiös motivierte Wohlfahrt: Ideal wäre, wenn die Geschäfte laufen und die
Ärmsten bei fehlendem Sozialsystem noch werbewirksam abgefüttert werden
können. |
| Auf Zapatas Spuren sind sie aus Chiapas nach Mexiko-City gezogen. Wie
Zapata wollen sie, so wird betont, keine politische Macht. Freilich, anders als
der große Held, dem nachzueifern sie vorgeben, haben die Zapatisten von
heute es gar nicht in der Hand, die politische Macht auszuüben oder nicht. Es
ist kein Verzicht, der da ausgeübt wird, es ist eine Selbstinszenierung als
postmoderne Guerilla, die nicht mehr den Umsturz vorhat, die nicht mehr die
gute Gesellschaft bedroht, sondern die Hand in Hand mit den Idealisten der
Zivilgesellschaft vorgeht, nur mit andren Mitteln, nämlich sich besinnend auf
ihre Ursprünge im Kampf Robin Hoods für die Entrechteten. Der Kampf der
EZLN und der Marsch der Zapatisten ist darum, da hat Präsident Fox schon
recht, eine absolute Bereicherung für die Demokratie. |
| Perus ehemaliger Präsident Fujimori war nicht besonders angesehen in der
gebildeten europäischen Öffentlichkeit; dafür hielt er sich zu wenig an die
hierzulande geschätzten demokratischen Spielregeln. |
| Wie die Sprengung von Statuen die ganze Welt entsetzt. |
| Es muss sich die amerikanische Demokratie nicht erst bei Wahlen als demokratisch bewähren, schließlich sind die USA die
Aufsichtsmacht, von der die ganze Welt nach den Kriterien Demokratie & Menschenrechte begutachtet und bewertet wird. Daher ist auch
nicht zu erwarten, dass unter formalen Mängeln, die Funktionsfähigkeit des amerikanischen Staates leiden wird. »Mag nach der
amerikanischen Wahlnacht auch noch so lange gezählt und gerechnet werden, die Gefahr eines Staatsstreichs besteht nicht. Weder
Militärs noch Zivilisten mit Sonnenbrillen stehen zum Eingreifen bereit.« (FAZ, 17.11.2000) |
| Russisches Tafelsilber zur Vermeidung der Zahlungsunfähigkeit. |
| Bush wird die allgemeinen Rüstungsausgaben und auch das nationale Raketenprogramm hochfahren. Dies als allgemeiner Rahmen für die
US- Engagements der Zukunft in welche sich Europa und Asien eingliedern sollen. Tun sie dies nicht, so wird dieses Programm trotz allem
durchgezogen und bleibt der Zugzwang erhalten. Ebenso wie Clinton / Gore wird Bush dieses US-Engagement an einem allgemeinen
Führungsanspruch aufmachen, aber eben unter konkreter Mindestangabe der nationalen Interessen. D.h. nicht universelle Menschenrechte
als Prärogativ, sondern nationales Interesse wo nötig. |
| Ein Ebru am Bosporus? Galt die Türkei bisher als nicht zu Europa gehörig, vor allem unter der Kohlregierung, so gibt es einige Bewegung unter der rot-grünen
Bewegung, die der Türkei eine unter anderem eine EU-Mitgliedschaft in Aussicht stellten. |
| Als Putzgruppenführer Josef Fischer vor wenigen Wochen von seinem Kurztrip zu den Berggorillas Rwandas zurückkehrte, gab er an, viel
gelernt zu haben. Beim ‘Dialog’ mit den afrikanischen ‘Partnern’, wie man im Auswärtigen Amt und im Bundesministerium für wirtschaftliche
Zusammenarbeit und Entwicklung so gerne betont? Die Grundsatzkonzepte der beiden Ministerien zeigen indes, daß die Aufgaben von
Schüler und Lehrer hier, der Hierarchie der Staatenwelt entsprechend, klar verteilt sind. |
| NATO-Spoinage in der Ex-SU zwischen Osterweiterung,
demokratischer Wühlarbeit und Militärspionage. |
Zu was man’s bringen kann, wenn man anständig, gottesfürchtig und fleißig ist, haben die US-Amerikaner bewiesen. Kein Wunder, dass sie
sich dann auch als ideelle Gesamtamerikaner fühlen, als Vorbild sozusagen, dem das übrige Amerika (also das noch nicht ganz
amerikanische Amerika) nachzueifern habe.
Allerdings gibt’s da ein paar Schönheitsfehler: unamerikanische Umtriebe also, die sich im Vorgarten nicht zeigen lassen und im Hinterhof
für allerhand Unruhe sorgen. Nicht, dass da jemand etwas gegen Erfolg, Gott oder Fleiß hätte. Weit gefehlt. Aber mitunter geht’s etwas
vorlaut zu: Schmuddelkinder eben. |
| Europa schafft sich einen aussenpolitischen Arm. |
| Was es für einen Staatenbund bedeutet
'erweiterungsfähig' zu sein. |
| Der Islamismus ist eine spät- oder postmoderne Bewegung die mit dem Angebot einer Refundamentalisierung auftritt, sich am iranischen
Beispiel orientieren mag, selbst aber nicht auf feudale Strukturen, sondern auf säkulare Regierungsweisen folgt oder zu folgen versucht.
Hierbei wurde und wird in der Regel hart gegengesteuert, doch läßt sich nicht verstecken, daß der Islamismus massive soziale Mißstände
aufgreift und thematisiert, die zuvor eher stillgeschwiegen wurden. |
| Die samtene Revolution in Jugoslawien. |
| Jugoslawien in der neuen Weltordnung. Die Feindschaft des Westens und besonders Deutschlands verdankt Jugoslawien seinem Versuch, selbst Ordnungsmacht auf dem Balkan
zu sein. Groß war diese Macht real nie: Also nur ein schwacher Grund für einen Krieg? Keineswegs. Zum einen ist das Interesse von
imperialistischen Staaten, überall auf der Welt die Ordnung nach ihrem Gutdünken gestalten zu können, ein recht essentielles und die Mittel
fallen entsprechend maßlos aus. Zum anderen wurde mit Jugoslawien mehr als nur eine alternative Ordnungsmacht angegriffen, sondern
gleichzeitig ein alternatives Ordnungsprinzip, das dem Prinzip widerspricht, mit dem Deutschland für in ganz Ost- und Südosteuropa für
Ordnung sorgt. Jugoslawiens Ordnungsanspruch beruhte institutionell und ideologisch auf der Nation, der Anspruch des jetzt herrschenden
Imperialismus auf dem Selbstbestimmungsrecht der Völker. |
| Mit unterschiedlicher Heftigkeit gehen die Kämpf weiter, israelische Siedlungen werden beschlossen, palästinensische Kleinstädte wie Beit
Dschalla werden beschossen, israelische Soldaten schießen mal scharf, mal mit Gummigeschossen und palästinensische Kinder werden von
ihren Volksgenossen in die erste Reihe gestellt. Ein besonders guter Moslem verübt einen Selbstmordanschlag, der ihm großes Lob von
Scheich Hassan Nasrallah einbringt: »Die wichtigsten Aktionen in der Auseinandersetzung sind Selbstmordattentate wegen ihrem negativen
materiellen, psychologischen und moralischen Effekt auf den Gegner und ihrem positiven Effekt auf den heiligen Krieger.« (AP, 28.10.)
Unterdessen nehmen die Koalitionsverhandlungen zwischen Barak und Scharon konkrete Formen an. |
Keiner dankt´s dem Weihnachtsmann! Die Elfenbeinküste
hat Robert Guei ins Nichts zurückgeschickt
Wer ist wer an der Elfenbeinküste? |
| Wie überall auf der Welt werden auch im Falle Kolumbiens die Folgen der ökonomischen Verfasstheit und der ökonomischen Lage zu
»Problemen«, die es zu meistern gelte – natürlich in Einklang mit eben diesen ökonomischen und imperialistischen Gegebenheiten. Die
Probleme der Kolumbianer sind aber nicht Koka, Guerilla, Kriminalität und Drogenkrieg, sondern eine Ökonomie, die fast, aber noch nicht
ganz kapitalistisch ausgefallen ist, der Klassenkampf, der vor allem von der herrschenden Oligarchie geführt wird, die Gesellschaft die es zu
einer bürgerlichen Existenzweise noch nicht ganz gebracht hat und die imperialistische Betreuung, die das Land abbekommt. |
| Die Tchad-Cameroun-Pipeline im Blickpunkt der Exilkritik. |
| Von der Februar- zur Oktoberrevolution. |
| Container-Chinesen und Zhu-Rongji bei Schröder |
| Das Reich der neuen Mitte & der Weltethos: Wer
Menschenrecht will, muss erst einmal Menschenpflicht vollbringen. |
»Yet we are still in danger of being attracted by the idea of 'wealth' as represented by all the
consumer goods we see advertised in foreign magazines (and even Tanzanian ones), or in the films,
etc. We are still in danger of accepting the idea that the greatest production of consumer goods is the
criterion by which a nation, or an economic system, should be judged.« (Uhuru na Ujamaa.
Introduction). Biografische Notiz |
| In zahlreichen Ländern ist dieser Ansatz
von Widerstand viel weiter entwickelt als in der BRD-Linken. |
| Interview mit dem
Exil-Eriteer Fidel zu Krieg, Theorie und Flucht. |
| In bürgerlichen Medien gilt der Krieg zwischen Äthiopien und Eritrea gern als »sinnlos« wegen der
nur geringen ökonomischen oder auch nur landwirtschaftlichen Bedeutung der umstrittenen
Grenzgebiete. Wolbert Smidt sucht und findet trotzdem Gründe - und macht genau die gleichen
Fehler. Mit dem Sinn von Kriegen, wie mit dem von inner- und zwischenstaatlicher Politik generell,
ist es nämlich eine recht relative Sache. |
| Auf den Vorwurf eines schwarzen Rassismus', wie er
hier explizit oder implizit auftaucht, sei entgegnet, daß 'weiß' und 'schwarz' erst dann ähnlichen
Bedingungen unterliegen, wenn Weiße keine Privilegien aus der Kolonialzeit mehr für sich in
Anspruch nehmen können, dann allerdings würde ich auch dafür eintreten, daß weiße zimbawische
Staatsangehörige vor Diskriminierungen aufgrund ihrer Hautfarbe beschützt werden sollten. |
| Muammar Gadhafi spielt wieder mit. |
| Wenn der Kapitalismus zu weit geht: Die dieses Jahr stattfindende Expo soll als Symbol des Kapitalismus im Zeitalter der Globalisierung
»angegriffen« und damit die Ideologie des Neoliberalismus »demaskiert« werden. Zwischen den
verschiedenen Gruppen der Expo-Kritik mögen Unterschiede bestehen, gemeinsam ist ihnen allen das
Problem, dass eben keine Kapitalismuskritik läuft, solange die Expo
kritisiert wird. |
| Nach über 9 Monaten im Streik UNAM (Universidad Nacional Autonoma de Mexico), die größte Universität
Lateinamerikas, von mehreren tausend Polizisten geraeumt. |
| Von wegen: ökonomischer Hintergrund des Balkankrieges. |
| Just zur Weihnachtszeit, als die CDU-Spendenaffäre weitere Niederungen erreichte, begaben sich
Heiner Geißler und Norbert Blüm auf Wanderung durch die sudanesischen Nubaberge. |
| Angeregt durch den Kampf jüdischer Zwangsarbeiterinnen
und -arbeiter um Ausgleichszahlungen in Deutschland fordert die
»African World Reparation and Repatriation Truth Commission«, eine
NGO, nun symbolische $ 777 trillion von den Nachfolgern und
Nutznießern der Sklaverei. |
| Norbert Zongo war einer der bekanntesten Journalisten
des Landes, bekannt für seine freche Kritik an Operettendemokratie,
Korruption und Staatsverbrechen. |
| Bei der Ausgestaltung eines Minirußland haben die Europäer und die USA unterschiedliche
Vorgehensweißen und Tempi. |
| Ziele der 'hidden agenda' sind der Sturz der
eritreischen Regierung und Installation eines Marionettensystems
sowie gewaltsamer Zugang zum Hafen Assab, wenn nicht gar Abtrennung
dessen vom eritreischen Staatsgebiet, was die wirtschaftliche
Überlebensfähigkeit Eritreas immens mindern würde. Ein Blick auf die
Karte zeigt, daß die Ortschaft Adi Murug, die im Bada-Incident
besetzt wurde, sich gut als Ausgangspunkt für eine Durchtrennung
Eritreas in Richtung des Golfes von Tio eignet, daß die Fronten bei
Zala Anbessa und Burie, direkte Durchgangswege zu den Städten Asmara
und Assab bieten, was ein Zufall nicht sein kann. |
| Palmwedeln in der Mitte & Kampf an den Flanken:
Schröders Afrikacorps in Ägypten & Rußlands Krieg in
Tschetschenien. |
| Ein Deutscher ordnet Südosteuropa. |
| Das Aufbrennen des Siegels "Stamm" auf die Bevölkerung Afrikas unterdrückt verschiedene
Identitätsebenen. |
| Während noch über die Konditionen des Besatzungsstatus
für den Kosovo zwischen NATO und Serbien gefeilscht wird, auch noch
die Möglichkeit einer weiteren Eskalation nicht völlig
ausgeschlossenen werden kann, so sollte man sich von der momentanen
Friedenseuphorie nicht mitreißen lassen. |
| Aus der Geschichte der Dekolonisation läßt sich
lernen, daß Krieg nicht steuerbar ist, daß Krieg Kriegsgewinnler
jeglicher Couleur produziert, daß hehre Gedanken der Humanität und
wirtschaftlicher Egoismus im Krieg manchmal schlecht zu trennen
sind. Versuchen wir also, mit diesen Erkenntnissen fertig zu
werden. |
| Was tat Großopi und Opi denn im Ersten und Zweiten
Weltkrieg am Kaukasus, außer das positive Angebot deutschen
Blitzkriegstourismus zu nutzen, wie da waren: romantisch-verklärte
Sonnenaufgänge, Adventureexkursionen mit Kübelwagen und die
Nataschas aus der Taiga. Dem Stoff also aus dem Landser- und
Konsalikromane den Alptraum in märchenhafte Nostalgieträume
transformieren. |
| Vom Missverständnis darüber, wie Weltpolitik funktioniert. |
| Imperialistische Staatenkonkurrenz und
Weltordnungsansprüche werden um eine Dimension erweitert. |
| Die VR China hat die Ostasienkrise - im
Gegensatz zu Japan - vorerst sehr
gut überstanden, wenngleich erhebliche Probleme für die innere Stabilität bleiben. |
| Der rückständige Balkan, einst
jugoslawisches Völkergefängnis, ist voller Gefahren auch für Europa.
Balkanische Verhältnisse drohen auch hier hinter der schönen Kulisse der
gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik (GASP), wenn selbige es nicht
zustande bringen sollte, ihre Ordnungshoheit auf dem Balkan zu
implementieren. Als großer Mangel der europäischen Ordnungspolitik wurde
erkannt, daß man beim Unterwerfen Jugoslawiens auf US-amerikanische
Unterstützung angewiesen war. |
Zu was man’s bringen kann, wenn man anständig, gottesfürchtig und fleißig ist, haben die US-Amerikaner bewiesen. Kein Wunder, dass sie
sich dann auch als ideelle Gesamtamerikaner fühlen, als Vorbild sozusagen, dem das übrige Amerika (also das noch nicht ganz
amerikanische Amerika) nachzueifern habe.
Allerdings gibt’s da ein paar Schönheitsfehler: unamerikanische Umtriebe also, die sich im Vorgarten nicht zeigen lassen und im Hinterhof
für allerhand Unruhe sorgen. Nicht, dass da jemand etwas gegen Erfolg, Gott oder Fleiß hätte. Weit gefehlt. Aber mitunter geht’s etwas
vorlaut zu: Schmuddelkinder eben. |
| Europa schafft sich einen aussenpolitischen Arm. |
| Was es für einen Staatenbund bedeutet
'erweiterungsfähig' zu sein. |
| ... zu der Modifikation des Staatsprogramms gegen die Leute, die anderen Staaten unterworfen sind. |
| Die samtene Revolution in Jugoslawien. |
| Jugoslawien in der neuen Weltordnung. Die Feindschaft des Westens und besonders Deutschlands verdankt Jugoslawien seinem Versuch, selbst Ordnungsmacht auf dem Balkan
zu sein. Groß war diese Macht real nie: Also nur ein schwacher Grund für einen Krieg? Keineswegs. Zum einen ist das Interesse von
imperialistischen Staaten, überall auf der Welt die Ordnung nach ihrem Gutdünken gestalten zu können, ein recht essentielles und die Mittel
fallen entsprechend maßlos aus. Zum anderen wurde mit Jugoslawien mehr als nur eine alternative Ordnungsmacht angegriffen, sondern
gleichzeitig ein alternatives Ordnungsprinzip, das dem Prinzip widerspricht, mit dem Deutschland für in ganz Ost- und Südosteuropa für
Ordnung sorgt. Jugoslawiens Ordnungsanspruch beruhte institutionell und ideologisch auf der Nation, der Anspruch des jetzt herrschenden
Imperialismus auf dem Selbstbestimmungsrecht der Völker. |
| Mit unterschiedlicher Heftigkeit gehen die Kämpf weiter, israelische Siedlungen werden beschlossen, palästinensische Kleinstädte wie Beit
Dschalla werden beschossen, israelische Soldaten schießen mal scharf, mal mit Gummigeschossen und palästinensische Kinder werden von
ihren Volksgenossen in die erste Reihe gestellt. Ein besonders guter Moslem verübt einen Selbstmordanschlag, der ihm großes Lob von
Scheich Hassan Nasrallah einbringt: »Die wichtigsten Aktionen in der Auseinandersetzung sind Selbstmordattentate wegen ihrem negativen
materiellen, psychologischen und moralischen Effekt auf den Gegner und ihrem positiven Effekt auf den heiligen Krieger.« (AP, 28.10.)
Unterdessen nehmen die Koalitionsverhandlungen zwischen Barak und Scharon konkrete Formen an. |
| Europeans - Unite and Rearm Now!!! |
| Wie überall auf der Welt werden auch im Falle Kolumbiens die Folgen der ökonomischen Verfasstheit und der ökonomischen Lage zu
»Problemen«, die es zu meistern gelte – natürlich in Einklang mit eben diesen ökonomischen und imperialistischen Gegebenheiten. Die
Probleme der Kolumbianer sind aber nicht Koka, Guerilla, Kriminalität und Drogenkrieg, sondern eine Ökonomie, die fast, aber noch nicht
ganz kapitalistisch ausgefallen ist, der Klassenkampf, der vor allem von der herrschenden Oligarchie geführt wird, die Gesellschaft die es zu
einer bürgerlichen Existenzweise noch nicht ganz gebracht hat und die
imperialistische Betreuung, die das Land abbekommt. |
| Der moderne Intellektuelle ist nicht
arrogant. Jedenfalls nicht als Deutscher. Obgleich guter
Nationalist, mag er seine Rolle als kritischer Geist mit seinen
Volksgenossen nicht teilen. Anders als bei »den Leuten«, die halt
nichts verstehen und von den Medien manipuliert werden, sind die
Ansichten, die der Intellektuelle so hat, nämlich seine eigne freie
Meinung, zu der er nach schwer kritischer Prüfung des
Meinungsangebots gekommen ist. Er verfällt deshalb nicht in plumpen
Nationalismus und geht mitunter nicht einmal mit gesundem
Nationalgefühl hausieren—was freilich nichts daran ändert, dass er
Nationalist ist, wovon er bloß kein Aufsehen macht, weil ihm seine
Art von Nationalismus eben eine ganz praktische
Selbstverständlichkeit ist. |
| Muammar Gadhafi spielt wieder mit. |
| Es ist noch nicht allzu lange her, da fühlte sich so mancher Deutsche von den Amerikanern böse in
seiner nationalen Größe herabgesetzt, als diese dem deutsch-europäischen Kandidaten für den
IWF-Chefposten die Kompetenz zwar nicht in geschäftlichen, wohl aber in politischen Dingen
absprachen, und so seine Wahl verhinderten. |
| Heldentaten stellt man sich gemeinhin anders
vor. Das Erschießen von zwei Betrunkenen in einem Lada, die gerade flüchten wollten, aus der
sicheren Deckung eines Panzers heraus und mit 220, offenbar recht planlos abgefeuerten Schüssen,
gehören nicht dazu. |
| Die Rechtmäßigkeit des Bundeswehreinsatzes ist nicht
allein ein verfassungsrechtliches Problem, sondern vorrangig auch
ein völkerrechtliches. |
| Verfassungsrechtliche Probleme der Beteiligung deutscher
Truppen im Rahmen von Art.87a II GG. |
| Just zur Weihnachtszeit, als die CDU-Spendenaffäre weitere Niederungen erreichte, begaben sich
Heiner Geißler und Norbert Blüm auf Wanderung durch die sudanesischen Nubaberge. |
| Bei der Ausgestaltung eines Minirußland haben die Europäer und die USA unterschiedliche
Vorgehensweißen und Tempi. |
| Rezension von Harmans Aufsatz. Ein seltsamer Vorwurf an den Kapitalismus: Er wird noch kapitalistischer. |
| Rezension von Zbigniew
Brzezinski: Die einzige Weltmacht - Amerikas Strategie der
Vorherrschaft (Fischer Taschenbuch 1999) |
| Ziele der 'hidden agenda' sind der Sturz der
eritreischen Regierung und Installation eines Marionettensystems
sowie gewaltsamer Zugang zum Hafen Assab, wenn nicht gar Abtrennung
dessen vom eritreischen Staatsgebiet, was die wirtschaftliche
Überlebensfähigkeit Eritreas immens mindern würde. Ein Blick auf die
Karte zeigt, daß die Ortschaft Adi Murug, die im Bada-Incident
besetzt wurde, sich gut als Ausgangspunkt für eine Durchtrennung
Eritreas in Richtung des Golfes von Tio eignet, daß die Fronten bei
Zala Anbessa und Burie, direkte Durchgangswege zu den Städten Asmara
und Assab bieten, was ein Zufall nicht sein kann. |
| Dasselbe Dokument, das so schön die Wissenschaft der
Spirale des Wohlstandes anwendet, bezieht sich an anderer Stelle
übrigens positiv auf die Schlußakte von Helsinki, wo man sich noch
gegenseitig freie Wahl des wirtschaftlichen Systems zusicherte. So
ist das eben mit Spiralen, man ändert ständig die
Richtung. Allerdings nicht mehr nach links oder rechts - also
irgendwie ideologisch - sondern hin zur Mitte, stets zur
neuesten. |
| Palmwedeln in der Mitte & Kampf an den Flanken:
Schröders Afrikacorps in Ägypten & Rußlands Krieg in
Tschetschenien. |
| Ein Deutscher ordnet Südosteuropa. |
| Aus der Geschichte der Dekolonisation läßt sich
lernen, daß Krieg nicht steuerbar ist, daß Krieg Kriegsgewinnler
jeglicher Couleur produziert, daß hehre Gedanken der Humanität und
wirtschaftlicher Egoismus im Krieg manchmal schlecht zu trennen
sind. Versuchen wir also, mit diesen Erkenntnissen fertig zu
werden. |
| Was tat Großopi und Opi denn im Ersten und Zweiten
Weltkrieg am Kaukasus, außer das positive Angebot deutschen
Blitzkriegstourismus zu nutzen, wie da waren: romantisch-verklärte
Sonnenaufgänge, Adventureexkursionen mit Kübelwagen und die
Nataschas aus der Taiga. Dem Stoff also aus dem Landser- und
Konsalikromane den Alptraum in märchenhafte Nostalgieträume
transformieren. |
| Dies soll ein Versuch sein das kriegerische Bewußtsein zu beschreiben. |
| Während noch über die Konditionen des Besatzungsstatus
für den Kosovo zwischen NATO und Serbien gefeilscht wird, auch noch
die Möglichkeit einer weiteren Eskalation nicht völlig
ausgeschlossenen werden kann, so sollte man sich von der momentanen
Friedenseuphorie nicht mitreißen lassen. |
| Wie SPD-Parteisoldat Oberst a.D. Buch den Kosovokrieg geführt hätte. |
| Die samtene Revolution in Jugoslawien. |
| Jugoslawien in der neuen Weltordnung. Die Feindschaft
des Westens und besonders Deutschlands verdankt Jugoslawien seinem
Versuch, selbst Ordnungsmacht auf dem Balkan zu sein. Groß war diese
Macht real nie: Also nur ein schwacher Grund für einen Krieg?
Keineswegs. Zum einen ist das Interesse von imperialistischen
Staaten, überall auf der Welt die Ordnung nach ihrem Gutdünken
gestalten zu können, ein recht essentielles und die Mittel fallen
entsprechend maßlos aus. Zum anderen wurde mit Jugoslawien mehr als
nur eine alternative Ordnungsmacht angegriffen, sondern gleichzeitig
ein alternatives Ordnungsprinzip, das dem Prinzip widerspricht, mit
dem Deutschland für in ganz Ost- und Südosteuropa für Ordnung
sorgt. Jugoslawiens Ordnungsanspruch beruhte institutionell und
ideologisch auf der Nation, der Anspruch des jetzt herrschenden
Imperialismus auf dem Selbstbestimmungsrecht der Völker. |
| Von wegen: ökonomischer Hintergrund des
Balkankrieges. |
| An der Tatsache, daß der NATO-Einsatz mit einem
Hinweis auf die Menschenrechte gerechtfertigt wird, verzweifelt die
kritische deutsche Öffentlichkeit, als sie merkt, daß es den
Menschen im Kosovo deswegen besser nicht geht. Der Linken fällt
nichts besseres ein, als sich entweder mit serbischen Nationalisten
zu solidarisieren (und glaubt damit schon Widerstand geleistet zu
haben) oder über den Bruch des Völkerrechts zu lamentieren. Einen
Hinweis, daß sie etwas begriffen haben könnten, liefert keines von
beiden. |
| Auffällig ist, daß die 68er vor allem die USA
kritisierten. Die USA waren Hautgegner, da sie ja auch am
offensichtlichsten den Krieg in Vietnam und die Völker der 3. Welt
führten.Dennoch wäre es Aufgabe einer Linken gewesen, den eigenen
Imperialismus zu kritisieren und dessen Unterstützung bei den
Kolonialkriegen. Sei es die Logistik, sei es die Interessen des
eigenen Imperialismus aufzuzeigen, z.B. warum wollte Strauß keine
deutsche Truppen nach Vietnam schicken? Das erschien ja im ersten
Moment als friedensbewegt, fragte man sich nicht: Warum ist er
dagegen? |
| Unter diesem Titel war ein Stück Ende Mai im
Theaterzelt "Das Schloß" aufgeführt worden. Wie macht man so ein
modernes Theater? |
|
| Wer unterdrückt wird, muß sich eventuell mit der Waffe
in der Hand wehren. Wer allerdings seine Würde verletzt sieht, weil
er sein Gewehr abgeben muß, braucht kein Mitleid, sondern
psychotherapeutische Beratung. |
| De facto führt die NATO in Jugoslawien Krieg, weil der
jugoslawische Staat sich weigert, sich - wie im Vertrag von
Rambouillet gefordert - seine Souveränität gänzlich nehmen zu
lassen. Während die Bundesrepublik Jugoslawien nicht will, daß das
Kosovo unabhängig oder autonom wird, kämpft die UCK für genau dieses
Ziel - und dieser Konflikt besteht wie gesagt nicht erst seit
gestern. |
| Krieg ist Frieden oder das erste Opfer des Krieges ist die Wahrheit. |
| Am Beispiel Jugoslawien/Naher Osten soll diese
Konkurrenz zwischen EG/v.a.~BRD und USA und zwischen den EG-Staaten
verdeuticht werden. |
| An diesem Text wurde bereits im Vorfeld heftige Kritik
geäußert, die sich auf Darstellung und Tsenay-Vorlage bezieht und
die vorgestellten Gedanken als irgendwo zwischen möglicherweise
mißverständlich und deutlich reaktionär ansiedelt. |
| Nicht dass Nietzsche einen Begriff davon gehabt hätte,
aber mit einer kapitalistischen Ökonomie und spezieller mit der
Herstellung weltmarkttauglicher Bedingungen für dieselbe, der
bismarckschen Reichsgründung, hatte er es schon zu tun. Seine Kritik
daran ist das folgerichtige Ergebnis einer falschen Analyse, deren
Fehler ist, dass sie die Resultate der gesellschaftlichen
Reproduktion falsch, als ganz unterschiedslose Macht abstrahiert,
also von allem historisch besonderen, den Mitteln und Zwecken dieser
Macht absieht, und das dann zweitens für den Zweck dieser
Reproduktion nimmt. Erst in dem zweiten Moment dieses Fehlers steckt
der ideologische Charakter von Nietzsches Behauptungen, oder wenn
man so will, ihre Moral, die interessierte Vorstellung, worin
Produktions- und Eigentumsverhältnisse aus geschichtlichen, in dem
Lauf der Produktion vorübergehenden Verhältnissen in ewige Natur-
und Vernunftgesetze verwandelt werden. |
| Der Soziologe Natan Sznaider über Holocausterinnerung
und Globalisierung. Wenn Sznaider annimmt, »dass das Ziel der
modernen Gesellschaft nicht der Krieg ist, sondern Frieden und die
Schaffung materiellen Wohlstands«, dann täuscht er sich. Im
Kapitalismus ist die gesellschaftliche Entwicklung die
Akkumulation des Kapitals, der bürgerliche Staat sorgt sich da um
den Fortgang der Reproduktion des jeweils eigenen Reichtums
(Helmut Kohl: »Heimat ist Eigentum und Erbe«) – in Konkurrenz zu
anderen Staaten und als Gewaltapparat. Die andere Vorstellung,
gerade der Holocaust hätte gezeigt dass die Moderne nicht halten
kann was sie verspricht ist schon eher richtig, wenn es auch
falsch ist den Holocaust so allgemein mit der Moderne in einen
Topf zu werfen. |
| Die Volkswirte nehmen das bürgerliche Individuum
ernst. Erstens als Arbeiter, der ausreichend mit Knappheit versorgt
sein muß (damit ihm einleuchtet warum sie zu bekämpfen ist, muß er
sie als seine natürliche Veranlagung begreifen, wozu er am
sichersten gelangt indem er sie täglich erfährt), zweitens als Volk
(wenn der Arbeiter sich nicht auch als Deutscher denkt, leuchtet ihm
nämlich nicht ein, daß seine Knappheit irgendwie durch Lohnarbeit
beseitigt wird), das die Knappheit bekämpft. |
| Der eigentliche Fehler besteht in der Annahme dieser
Inhaltslosigkeit des Bewußtseins, deren Konsequenz die ist, daß es
eben nur ein Bewußtsein gibt oder - altmodisch formuliert - der
Glaube an die unsterbliche Seele. |
| Reihe Wissenschaftskritik des Hochschulpolitischen Plenums |
| Das zwanghafte Aufrechterhalten scheinbarer
biologischer Trennlinien rechtfertigt stets die Annahme sozialer
Trennlinien, wer diese Unterscheidung um der Unterscheidung willen
beibehalten will, verhält sich reaktionär (was im übrigen ganz
ähnlich für den bei Neorassisten so beliebten Begriff des
‘Kulturkreises’ gilt). |
| Der Frau (als Typus, weshalb in diesem Vokabular auch
nicht von Frauen im Plural gesprochen werden muß) wird ein eigenes
Bewußtsein abgesprochen, sie kann auch in der Wissenschaft nicht
Subjekt sein. Sie ist passive Stütze der Gesellschaft, der Mann
deren Fortentwickler. |
| Eine kommentierte Hegel-Lektüre. |
| Die Verrätselung der Welt: Hinter allem steckt was. Und zwar dasselbe. |
| Worauf zielt eigentlich ein Begriff wie gerecht ab?
Doch allenfalls darauf, einen Sachverhalt als gut oder wünschenswert
auszuzeichnen. Doch für wen? Gerechtigkeit meint doch immer, was
eigentlich sein sollte. Da macht sich also einer Ideale über die
Wirklichkeit und fängt dann an zu jammern, daß die Wirklichkeit
diesen Idealen nicht entspricht. Daß der einzige Daseinszweck des
Arbeiters im Kapitalismus die Schaffung von Mehrwert für den
Kapitalisten ist, folgt eben aus den Gesetzen dieser
Produktionsweise: der Arbeiter tritt mit dem was er hat in die
Konkurrenz ein; weil er auf die Lohnarbeit angewiesen ist, nimmt er
am Arbeitsmarkt teil. Weil und wenn er dem Kapitalisten nützlich
genug erscheint, bekommt er schließlich das, worauf er zur
Reproduktion angewiesen ist. |
| Kwame Anthony Appiah entlarvt in seinem Werk "In My
Father's House" (1992) den Rassebegriff als soziales Konstrukt,
unwissenschaftlich und willkürlich; äußerliche Unterschiede lassen
nicht auf soziales Verhalten und Charakter schließen. |
| Was mehr kann ein Philosoph tun, seinen Standpunkt zu
bekräftigen, außer zu versichern, er hätte richtig
gedacht? |
Fragmente zum Zusammenhang von Antiimperialismus,
Antizionismus und Antisemitismus. Antisemitismus ist nicht
Manipulationsinstrument imperialistischer Elemente des
Finanzkapitals. Antisemitismus ist weder der Hass aufs Abstrakte,
noch die Kritik der Zirkulation, auch wenn beides sich unter den
Elementen des Antisemitismus findet. Der Antisemitismus ist die
nationalistische Kritik am Kapitalismus, die Kritik vom Standpunkt
des Volkes, die das kritisierte immer schon voraussetzt. Wenn die
antisemitische Kritik die Identifikation der Schuldigen mit den
Juden nicht ausspricht, nennt man das strukturellen
Antisemitismus. Wenn sie der deutsche Staat dem Problem annimmt,
wird daraus die Judenvernichtung.
[Der Text wird noch überarbeitet.] |
| Religion in der bürgerlichen Gesellschaft. Alle drei
beschriebenen Wege zu Gott sind in ihrem Selbstverständnis
anti-kommunistisch, sie sind letztlich nicht auf die
Bedürfnisbefriedigung aller Individuen aus, sondern setzen dem ein
kaum erstrebenswertes Zwangskollektiv entgegen oder schließen 3/4
der Menschheit aus. Alle drei beziehen sich auf Weltzusammenhänge
(denken also global), doch sind sie weder an menschlicher
Emanzipation noch am Ende kapitalistischer Elendsproduktion
interessiert. |
| Friede den teutonischen Urwäldern! Krieg den deutschen Zuständen!. |
| Der 8.Mai war der Tag der bedingungslosen
Kapitulation, der totalen militärischen Niederlage. Weil die
Deutschen aber dieselben blieben, war der 8.Mai zugleich der
Zeugungszeitpunkt der BRD. Der Deutsche kennt nur ein Verbrechen und
darauf steht die Höchststrafe: undeutsches Handeln. Solches konnte
nach 1945 keines ausgemacht werde – weswegen die Niederlage auch
keine Konsequenzen zeitigte außer den Deutschland von außen
aufgezwungenen. |
| Das Elend des studentischen Bewusstseins ist seine
Unfähigkeit, mit seiner gesellschaftlichen Verantwortung, also mit
seinen Studien zu brechen. Wie jedem Staatssubjekt ist ihm die Frage
fremd, was das eigentlich für eine Sache ist, mit der er sich
abzugeben und für die er sein Leben hinzugeben hat. Weil es nun mal
sei, müssen man auch sehen, wie man das beste daraus mache –
und über diese Frage kann man ein ganzes Leben persönlicher
Kalkulationen und moralischer Reflexionen zubringen. Weit bornierter
als der Prolet, glaubt der Student aber, die ganze Welt drehe
sich um ihn. Die Frage, wozu die Universitäten überhaupt da sind,
beantwortet sich ihm damit von selbst. Weil sie sich ihm falsch
beantwortet, kann er auch auf die Idee kommen, die erfülle ihre
Aufgabe gar nicht oder zumindest schlecht. |
| Über die Identifikation mit der Herrschaft. |
| Identifikation ist keine natürliche Eigenschaft, kein
»Potenzial«, dass sich ständig Objekte suchen müsste, nichts
angeborenes, mit dem wir allenfalls »erwachsen« umgehen
könnten. Zunächst: Es kommt sehr darauf an, womit man sich
identifiziert. Wenn Infineon einem ›Identifikationspotenzial‹
plötzlich nicht mehr genügen kann, frage man sich mal: Warum
wohl? |
| Der rechte Schüler streckt den Arm zum deutschen Gruß
und erwartet den Beifall seiner Klassengenossen. Der linke Lehrer
hat andere Vorstellungen vom Nachwuchs eines antifaschistischen und
demokratischen deutschen Vaterlands. Das gibt böses Blut. Nicht nur
beim jungen Nazi. Der rechte Schüler entspricht nicht dem Bild, das
sich der Pädagoge vom bürgerlichen Individuum macht und das er, so
hat er sich das während seines Studiums zusammengeträumt, zu einem
verantwortungsbewussten und kritischen Staatsbürger erziehen
könnte. Für ihn entspringt aus dem Problem des jungen Nazis daher
eine besondere Erziehungsaufgabe. |
| Im Modell der traditionellen bürgerlichen Gesellschaft
gelten für das Zusammenleben von Frau und Mann Regeln. Diese Regeln
bevorzugen den Mann als propagierten sozialen Akteur,
nichtsdestotrotz unterliegt er denselben und ist keineswegs frei in
Tun und Lassen. |
| Nach
den Terroranschlägen: Von der Spaßkultur zur neuen
Ernsthaftigkeit. |
| Über Esoterik und Irrationalismus in der bürgerlichen Gesellschaft. |
| Gegen alle - aber wofür? |
| »Sind Forderungen, weil sie auch Ergebnis politisch
inkorrekter Erwägungen sein können, automatisch falsch?« |
| Die neuste Maßnahme zur ideellen Standortsicherung. |
| Der Soziologe Natan Sznaider über Holocausterinnerung
und Globalisierung. Wenn Sznaider annimmt, »dass das Ziel der
modernen Gesellschaft nicht der Krieg ist, sondern Frieden und die
Schaffung materiellen Wohlstands«, dann täuscht er sich. Im
Kapitalismus ist die gesellschaftliche Entwicklung die
Akkumulation des Kapitals, der bürgerliche Staat sorgt sich da um
den Fortgang der Reproduktion des jeweils eigenen Reichtums
(Helmut Kohl: »Heimat ist Eigentum und Erbe«) – in Konkurrenz zu
anderen Staaten und als Gewaltapparat. Die andere Vorstellung,
gerade der Holocaust hätte gezeigt dass die Moderne nicht halten
kann was sie verspricht ist schon eher richtig, wenn es auch
falsch ist den Holocaust so allgemein mit der Moderne in einen
Topf zu werfen. |
| Die Volkswirte nehmen das bürgerliche Individuum
ernst. Erstens als Arbeiter, der ausreichend mit Knappheit versorgt
sein muß (damit ihm einleuchtet warum sie zu bekämpfen ist, muß er
sie als seine natürliche Veranlagung begreifen, wozu er am
sichersten gelangt indem er sie täglich erfährt), zweitens als Volk
(wenn der Arbeiter sich nicht auch als Deutscher denkt, leuchtet ihm
nämlich nicht ein, daß seine Knappheit irgendwie durch Lohnarbeit
beseitigt wird), das die Knappheit bekämpft. |
| Sieben Thesen zu Robert Kurz. |
| Der moderne Intellektuelle ist nicht
arrogant. Jedenfalls nicht als Deutscher. Obgleich guter
Nationalist, mag er seine Rolle als kritischer Geist mit seinen
Volksgenossen nicht teilen. Anders als bei »den Leuten«, die halt
nichts verstehen und von den Medien manipuliert werden, sind die
Ansichten, die der Intellektuelle so hat, nämlich seine eigne freie
Meinung, zu der er nach schwer kritischer Prüfung des
Meinungsangebots gekommen ist. Er verfällt deshalb nicht in plumpen
Nationalismus und geht mitunter nicht einmal mit gesundem
Nationalgefühl hausieren—was freilich nichts daran ändert, dass er
Nationalist ist, wovon er bloß kein Aufsehen macht, weil ihm seine
Art von Nationalismus eben eine ganz praktische
Selbstverständlichkeit ist. |
| Der eigentliche Fehler besteht in der Annahme dieser
Inhaltslosigkeit des Bewußtseins, deren Konsequenz die ist, daß es
eben nur ein Bewußtsein gibt oder - altmodisch formuliert - der
Glaube an die unsterbliche Seele. |
| Kurzkritik. |
| Während die PDS die Lohnarbeit als zu erhaltende
Überlebensnotwendigkeit verteidigen zu verspricht, würgt sie doch
umgekehrt alle Kritik der Lohnarbeit und am Kapitalismus mittels
einem Tucholsky-Zitat gleich ab. Kritik sei nur was für fette
saturierte Linke, die schon gegessen haben, eine ominöse Butter satt
auf dem Brot hätten, d.h. für ale anderen verbietet sich Kritik über
den Tellerrand hinaus: |
| Die Kritik der Krisis-Gruppe am DGB, ändert offenbar
nichts an dessen Interesse an der Propaganda von Robert Kurz. Die
Frage ist, wie der DGB und Kurz zusammenfinden. Allerdings fällt die
Beantwortung nicht sonderlich schwer, wenn man einerseits die
Politik der »Sozialpartnerschaft« des DGB, und andererseits die von
Krisis neugeortete gesellschaftliche Konfliktlinie zwischen
»Arbeitsfetisch« und Entwicklungsstand der Produktionsmittel
betrachtet. Beiden Herangehensweisen ist gemeinsam, dass sie keine
Klassenunterschiede mehr kennen. |
| Evolution in action: Endlich wächst alles zusammen:
was zusammengehört, und was nicht zusammengehört ganz
genauso. |
| Wer könnte wohl kompetenter sein, diese Frage zu
beantworten als ein Nobelpreisträger; genauer: Reinhard Selten,
Nobelpreis 1994 für Wirtschaftswissenschaft? |
| Das zwanghafte Aufrechterhalten scheinbarer
biologischer Trennlinien rechtfertigt stets die Annahme sozialer
Trennlinien, wer diese Unterscheidung um der Unterscheidung willen
beibehalten will, verhält sich reaktionär (was im übrigen ganz
ähnlich für den bei Neorassisten so beliebten Begriff des
‘Kulturkreises’ gilt). |
| Nationalismus als Strömung in der Arbeiterbewegung
hat eine lange Tradition. Neben der ohnehin nationalistischen
Sozialdemokratie, kam hier der Nationalismus parallel mit dem
Programm des Sozialismus in einem Lande auf. |
| Heldentaten stellt man sich gemeinhin anders vor. Das
Erschießen von zwei Betrunkenen in einem Lada, die gerade flüchten
wollten, aus der sicheren Deckung eines Panzers heraus und mit 220,
offenbar recht planlos abgefeuerten Schüssen, gehören nicht
dazu. |
| Der Frau (als Typus, weshalb in diesem Vokabular auch
nicht von Frauen im Plural gesprochen werden muß) wird ein eigenes
Bewußtsein abgesprochen, sie kann auch in der Wissenschaft nicht
Subjekt sein. Sie ist passive Stütze der Gesellschaft, der Mann
deren Fortentwickler. |
| Eine kommentierte Hegel-Lektüre. |
| Wir wissen auch nicht, was uns der Autor damit sagen wollte. |
| Die Forderung nach Gerechtigkeit ist mit anderen
Worten die, als Gleichgedachtes gleich behandelt zu werden, sie
affirmiert die Abstraktion, das Gleichdenken im Wertverhältnis; und
indem das Recht tatsächlich gerecht wird, reproduziert es die
wirkliche Ungleichheit der Individuen als Ungleichheit der
Eigentümer. |
| Die Welt ist Chaos. Zu leben heißt zu
interpretieren. |
| Worauf zielt eigentlich ein Begriff wie gerecht ab?
Doch allenfalls darauf, einen Sachverhalt als gut oder wünschenswert
auszuzeichnen. Doch für wen? Gerechtigkeit meint doch immer, was
eigentlich sein sollte. Da macht sich also einer Ideale über die
Wirklichkeit und fängt dann an zu jammern, daß die Wirklichkeit
diesen Idealen nicht entspricht. Daß der einzige Daseinszweck des
Arbeiters im Kapitalismus die Schaffung von Mehrwert für den
Kapitalisten ist, folgt eben aus den Gesetzen dieser
Produktionsweise: der Arbeiter tritt mit dem was er hat in die
Konkurrenz ein; weil er auf die Lohnarbeit angewiesen ist, nimmt er
am Arbeitsmarkt teil. Weil und wenn er dem Kapitalisten nützlich
genug erscheint, bekommt er schließlich das, worauf er zur
Reproduktion angewiesen ist. |
| Wenn man das Kapitalverhältnis nicht begriffen hat,
macht man sich natürlich auch fortwährend Illusionen und falsche
Vorstellungen über das ganze Zeugs, dass einem im Kapitalismus so
gegenübertritt. |
|
| Über Jürgen Kromphardt, Konzeptionen und Analysen des Kapitalismus. Vandenhoeck, 1987. |
| Dasselbe Dokument, das so schön die Wissenschaft der
Spirale des Wohlstandes anwendet, bezieht sich an anderer Stelle
übrigens positiv auf die Schlußakte von Helsinki, wo man sich noch
gegenseitig freie Wahl des wirtschaftlichen Systems zusicherte. So
ist das eben mit Spiralen, man ändert ständig die
Richtung. Allerdings nicht mehr nach links oder rechts - also
irgendwie ideologisch - sondern hin zur Mitte, stets zur
neuesten. |
| Kapitalismus pur! |
| Nachdem Martin Walser sich vor den "Meinungssoldaten
mit Moralpistole" und all jenen, die ihm sonst noch irgendwas mit
vorgehaltener Moralkeule verkaufen wollten, in die literarische
Sprache flüchtete, ist die Nation wieder geeint. Endlich erkennend,
was sie im innersten zusammenhält, bekennt sie sich dazu und macht
sich auf, in dichterischem Gewand aus Weimar und mit Stiefeln aus
Buchenwald die Geschichte wieder aktiv zu gestalten. Jetzt dürfen
auch wieder deutsche Soldaten auf dem Balkan einig Recht brechen -
für Freiheit sorgen. |
| Eliten machen, anders als die oben gegebene Antwort
suggeriert, wohl etwas anderes als die Gesellschaft deren Elite sie
sind. Eliten haben Orgien mit Kokain und nicht mit Speed. Eliten
fressen keine Pillen, sie pudern sich die Nase. Eliten sind keine
Fernspäher, sie sind Generäle. Eliten kommen nicht in den Knast, sie
bauen Gefängnisse. Eliten arbeiten nicht, sie kaufen
Arbeit. |
| Kwame Anthony Appiah entlarvt in seinem Werk "In My
Father's House" (1992) den Rassebegriff als soziales Konstrukt,
unwissenschaftlich und willkürlich; äußerliche Unterschiede lassen
nicht auf soziales Verhalten und Charakter schließen. |
| Der Film ist absolut fad und lasch, langweilt in
scheinbarer Unendlichkeit mit platten Kurzdialogen, die dann und
wann die Sprachlosigkeit durchbrechen. |
| Dionna verläßt Vinnie, der sozial kastriert zurückbleibt. |
| Das Publikum hier deckt die Bandbreite von der
Sekretärin über das niedere Management bis hin zum
Mittelstandsunternehmer ab, BWLer und Verwaltungsanhang sozusagen -
Leute, die wissen, wie die Hauptstadt von Thailand heißt, aber nicht
die von Kambodscha. Hier sind die vor Freude glucksende Sekretärin
im roten Mini und der Schilderfabrikant, der die Gitarre von Status
Quo ersteigert hat, fröhlich vereint - und doch außerhalb des
Büros. |
| Die Kunst, als solche, die sich jenseits des ganzen
Elends der Geschichte und der Gesellschaft festmachen ließe, gibt es
gar nicht. Kultur ist ohne ein paar Voraussetzungen nicht zu haben,
insbesondere nicht, solange die Gesellschaft in Klassen
zerfällt. Kultur braucht Produktivkräfte und Produktionsverhältnisse
die Kultur erst möglich machen. Die materielle Arbeit muss ja getan
werden, entsprechend der gerade herrschenden Bedürfnisse, erst dann
kann man sich an die Luxusproduktion machen, zu der auch die
Produktion der Kunstwerke gehört, die dann paradigmatisch für die
Kultur der Gesellschaft gelten sollen. |
| Manch ein Film begnügt sich mit einem einfachen moralischen Weltbild. Zwei Parteien kämpfen um die Vorherrschaft der Welt. |
| Die Simpsons sind tot, es lebe Futurama! |
| Von Mohrhühnern und antikapitalistischen Chickenruns. |
| »Alles Denken ist ihnen verhaßt. Sie pfeifen auf den
Menschen! Sie wollen Maschinen sein, Schrauben, Räder, Kolben,
Riemen - doch noch lieber als Maschinen wären sie Munition: Bomben,
Schrapnells, Granaten. Wie gerne würden sie krepieren auf
irgendeinem Feld! Der Name auf einem Kriegerdenkmal ist der Traum
ihrer Pubertät.« |
| Zukunft, Futurismus und Techno-Optimierung. |
| Friede den Hütten! Krieg den Palästen! |
| Ein junger Chinese, dessen Vater der teuflische
Dr. Manchu ist, eine Art Graf sadistischer Dracula auf asiatisch,
aber seine Handkanten und Plattfüsse für die Kräfte des Guten
schwingt. |
| Die Kunstvereine müssen dazu allerdings auch auf ihren Rechten bestehen. |
| Evolution in action: Endlich wächst alles zusammen:
was zusammengehört, und was nicht zusammengehört ganz
genauso. |
| Wenns um den Standort geht, dann muß halt so mancher
auf sine Einbauküche verzichten. Und das, liebe Künstler, leuchtet
im Zeitalter der Globalisierung selbst dem selbsternannten
Anarchiepolizisten ein, wenn das alles ist. |
| Eltern brauchen keine Angst mehr zu haben: Das
Bildungsbürgertum definiert Comic als Kunst. |
| Zur so hoch gepriesene privatheit gehören in vielen
deutschen heimen gewalt und kindesmissbrauch. auch bei den täglichen
talkshows sehen wir diese mischung von halb authentischen halb
gestellten gesprächsteilnehmer die über vaterbeziehungen oder
homosexualität reden. Mit »Big Brother« werden die inzwischen
ritualisierten tabu-brüche weitergeführt, wie wir sie längst kennen
von der einführung der werbung zwischen den filmen bis zum Reality
–TV, also der stoff eines neuen bürgerlichen diskurses, wo sich
jeder gedanken machen darf wie krass doch diese welt ist, und das es
jetzt entgültig zu weit gehe. Diese empörung drückt ein verlangen
aus, endlich etwas wirkliches aufregendes passiere. natürlich werden
die konservativen auf den schutz der familie pochen und das fersehen
in dieser oder anderer art eine dreckschleuder nennen, und
schliesslich einsehen müssen, dass sich noch ein ganzes stück
privatheit an die öffentlichkeit verkaufen lässt. |
|
| Ein Ruck ging durchs Land. Diesen Musterprototypen
deutscher Unschuldigkeit und geläuterter Dekadenz, der aus einer
Nation von Tätern nun eine Nation von Rettern machte, hatte man
schon lange gesucht. Keine Gnade für antifaschistische Kritik, denn:
Das war zu gut an guter kollektiver Entlastung, wie man sie aus
Amiland nicht zu oft bekam. |
| Der Herzbub wurde in farbigsten Bildern in der
Regenbogenpresse als noch zu habende männlich-keusche Jungfrau
ausgemalt und somit zum nahezu grenzenlosen Objekt weiblicher
Begierde. |
| Warum sich Anti- und Kriegsfilme in nichts unterscheiden. |
| Ob Kultur nun Humbug ist, Ideologie oder Ausdruck
realer gesellschaftlicher Verhältnisse - sie spielt mitunter eine
recht auffällige Rolle in der bürgerlichen Öffentlichkeit und im
Bewußtsein der Menschen. |
| Unter diesem Titel war ein Stück Ende Mai im
Theaterzelt "Das Schloß" aufgeführt worden. Wie macht man so ein
modernes Theater? |
| Mal abwarten, wann der Untertanenhumor deutscher
Herrenmenschen auch noch sein Menschenrecht auf einen harmlosen
Judenwitz reklamieren. Aber gerade dies ist unwahrscheinlich-
schließlich haben wir ja aus der Geschichte gelernt. Dies überläßt
man eher ernsthaften Ex-Linken wie Walser und Horst Mahlern, die
neuerdings deutschnationalen Ernst verbreiten. Da wird schnell aus
Spaß Ernst.und Ernst wird immer Jünger! Denn Donner und Leni riefen:
Stahlgewitter auch! |